Unsere getopften Stauden, Kräuter und Gehölze können grundsätzlich das gesamte Jahr über gepflanzt werden - frostfreier Boden vorausgesetzt. Beachten Sie auch unsere speziellen Hinweise zur Kultur von Schwertlilien.

Auswahl des Standortes
Unsere Angaben zu den Standortansprüchen einer Art benennen die bevorzugten Bedingungen - die Pflanze wächst andernorts möglicherweise auch, wird sich aber vielleicht nicht so prächtig entwickeln. Wählen Sie deshalb einen Standort, der unseren Empfehlungen ähnlich ist, oder suchen Sie umgekehrt auf unserer Homepage nach passenden Pflanzen für Ihren Garten.

Vorbereitung des Pflanzlochs
Die meisten unserer Arten kultivieren wir in einer Erdmischung aus Kompost, Lehm und Sand. Sie wachsen auch bei Ihnen am besten in einer nährstoffreichen, durchlässigen Erde - gutem Gartenboden eben. Wenn Sie über einen solchen Boden verfügen, bedarf es keiner weiteren Vorbereitung des Pflanzlochs für Stauden und Kräuter. Bei Arten aus unserem Sortiment, die besondere Bodenansprüche haben, ist dies vermerkt. Stauden, die wenig oder keinen Kalk vertragen, in kalkfreies Substrat pflanzen (Rindenkompost erfüllt diese Vorgabe beispielsweise).

Das Pflanzloch für Gehölze sollte deutlich größer sein als der Container. Das erleichtert Ihnen, den Stamm bzw. die Äste senkrecht auszurichten. Umfüttern Sie den Baum bzw. Strauch mit reichlich Komposterde und formen Sie einen kleinen Erdwall um die Pflanze, den sog. Gießrand, der Ihnen das wässern erleichtert.

Aus dem Topf in den Erdboden
Am Tag des Auspflanzens nach Möglichkeit die Mittagshitze meiden. Wenn die Pflanze einen dichten Wurzelfilz im Topf gebildet hat, empfiehlt es sich, den Wurzelballen aufzurauen. Die Pflanze etwa so tief einpflanzen, wie sie im Topf wuchs. Gut angießen.

In den Wochen nach der Pflanzung...
... kontrollieren, ob gegossen werden muss. Achten Sie darauf, ob die Pflanze gut anwächst. Nach einer Umstellungsphase (die je nach Art und gerade herrschenden Wetterbedingungen zwischen einigen Tagen und wenigen Wochen liegen kann) sollte Ihre Pflanze ein deutliches oberirdisches Wachstum zeigen.


Aussaatanleitungen

Grundsätzlich gilt: Säen Sie das wertvolle Saatgut unter kontrollierten Bedingungen in eine Aussaatschale in sterile Aussaaterde, am besten unter Glas. Eine freie Aussaat ins Beet hat bei den meisten Arten eine geringe Keimungsrate zur Folge und führt eventuell sogar zum Totalausfall. Sofern nicht anders angegeben gilt als Faustregel: Saatgut samendick mit Erde bedecken.

Neben den zahlreichen Normalkeimern, die keine besonderen Ansprüche an die Aussaatbedingungen stellen, gibt es einige Besonderheiten. Manche Arten besitzen eine Keimungshemmung und benötigen Stratifikation, um die Samenruhe zu brechen. In den meisten Fällen wirken niedrige Temperaturen stratifizierend. Das stellt v.a. bei Hochgebirgspflanzen sicher, dass die Samen erst im Frühjahr keimen und nicht bereits "versehentlich" im Herbst. Kühle Temperaturen werden übrigens nur von gequollenen Samen wahrgenommen. Die Lagerung des trockenen Saatguts im Kühlschrank ersetzt keine Stratifikation.

Frostkeimer
Saatgut dieser Arten keimt nur nach Einwirkung von sehr niedrigen Temperaturen befriedigend. Sähen Sie die Samen im Herbst (ab September bei frostfreier Witterung) in eine Aussaatschale, die den Winter über im Freiland bleibt. Achten Sie darauf, dass die Schale in dieser Zeit nicht austrocknet und kontrollieren Sie sie im Frühjahr wöchentlich auf Keimung. Alternativ können Sie versuchen, die Stratifikation des Saatguts nachzuahmen: Samen in feuchtem Sand bei Raumtemperatur für 2-4 Wochen aufstellen, anschließend 4 Wochen im Kühlschrank (nicht im Eisfach!) aufbewahren, danach aussäen. Klappt manchmal, nicht immer.

Kühlkeimer
Diese Arten keimen ohne Frost, niedrige Temperaturen haben aber ein gleichmäßigeres Auflaufen der Sämlinge zur Folge. Sähen Sie ab Februar oder Anfang März in Aussaatschalen und setzen Sie diese den spätwinterlichen Witterungsbedingungen aus. Mit steigenden Temperaturen setzt dann die Keimung ein. Die Kühlschrankalternative: Samen in feuchtem Sand bei Raumtemperatur für 2-4 Wochen aufstellen, anschließend 4 Wochen im Kühlschrank (nicht im Eisfach!) aufbewahren, danach aussäen. Funktioniert bei den meisten Kühlkeimern.

Normalkeimer
Die Keimung erfolgt hier normalerweise rasch, wenn die Temperaturen um die 15 bis 20 Grad liegen. Nicht zu früh und nicht zu spät säen - der April ist in der Regel ein guter Monat dafür.

Lichtkeimer
Bei manchen Arten darf das Saatgut nicht bedeckt sein, sondern muss auf der Aussaaterde aufliegen. Hier ist besondere Vorsicht geboten, dass die Aussaatschale nicht austrocknet.

Dunkelkeimer
Auch das Gegenteil gibt es im Pflanzenreich: Arten, die nur dann keimen, wenn ihre Samen kein Licht sehen. Als Faustregel gilt hier: doppelt samendick mit Erde bedecken.

Feines Saatgut
Ausgesprochen feines Saatgut sollte nicht mit Erde bedeckt werden, höchstens fein damit übersiebt. Damit es beim Gießen nicht fortgewaschen wird, entweder die Samen zusammen mit Quarzsand aussäen oder - besser - die Aussaatschale nur mit der Sprühflasche befeuchten.

Hartschaliges Saatgut
Eine undurchlässige Samenschale verzögert den Prozess der Stratifikation. Oft hilft es, diese Samen 24 bis 48 Stunden lang in lauwarmem Wasser vorquellen zu lassen. Andere Samen keimen, wenn ihre Schale mechanisch beschädigt wurde, z.B. durch Aufrauen mit einer Feile.

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