Schwertlilien zählen seit Menschengedenken zu begehrten Gartenpflanzen. Schon aus der Antike sind Darstellungen von Iris belegt. Dank Speicherrhizom lassen sich viele Arten gut transportieren. Offenbar geschieht dies seit Jahrtausenden durch den Menschen, denn die Herkunft vieler kultivierter Arten lässt sich heute kaum noch aufklären. Im Symbol der französischen Könige - der sogenannten Bourbonen-Lilie - findet sich die stilisierte Iris-Blüte übrigens wieder. Über Jahrhunderte hinweg spielten Schwertlilien dann eine wichtige Rolle in Klostergärten. Aus den Rhizomen der Iris pallida wurde die "Veilchenwurzel" gewonnen, die bis in jüngere Vergangenheit zahnenden Kindern zur Linderung gegeben wurde und die in der Parfum-Herstellung Verwendung findet.

Schwertlilien stellen heute vor allem eine gärtnerisch wichtige Pflanzengruppe dar. Besonders von den Bartiris existieren viele Tausend Kultivare (Züchtungen) und jedes Jahr kommen etliche hinzu. Viele Arten lassen sich im bayerischen Alpenvorland problemlos kultivieren, wenn man einige grundlegende Punkte beachtet.


Kulturhinweise für Schwertlilien

Arten für feuchte und nasse Standorte - In Südbayern sind Schwertlilienarten heimisch, die typischerweise auf feuchten oder nassen Standorten vorkommen. Achten Sie bei der Pflanzung dieser Arten auf einen ausreichend feuchten Standort. Im regenreichen Alpenvorland gedeihen sie meiner Erfahrung nach gut im normalen Gartenboden, speziell die Sumpfschwertlilie verträgt aber sogar eine Überstauung ihres Rhizoms. Sie kann deshalb auch im Gartenteich wachsen. Die Sibirische Schwertlilie ist eine Art wechselfeuchter Böden. Sie sollte nicht dauerhauft unter Wasser stehen.

Iris pseudacorus
Sumpf-Schwertlilie
Iris sibirica
Sibirische Schwertlilie

Arten für trockene Standorte - Hierzu zählt die große Gruppe der Bartiris und verwandter Arten. Achten Sie bei der Standortwahl auf ausreichend Drainage. Als Anhaltspunkt kann dafür gelten, dass der Standort bei Regen nicht unter Wasser stehen sollte. Ein Hang, ein erhöhtes Beet, ein Steingartenhügel oder die Krone einer Trockenmauer sind Beispiele für gut drainierte Standorte. Ein durchlässiger Boden mit Lehmanteil wäre ideal. Vermeiden Sie auf jeden Fall schweren Lehmboden und düngen Sie nicht organisch (z.B. mit Kompost). Bei der Pflanzung ist zu beachten, dass das Rhizom nicht mit Erde bedeckt werden darf sondern halb aus der Erde schauen sollte. Bartiris sollten alle paar Jahre aufgenommen (ausgegraben) und neu gepflanzt werden, um die Blühfreude anzuregen. Der beste Zeitpunkt dafür ist der Sommer ab Ende Juli bis Anfang September, wenn die Pflanzen in Sommerruhe sind. Trockene Blätter von Zeit zu Zeit entfernen. Ein Rückschnitt der Blätter im Herbst ist nicht notwendig, nur bei der Neupflanzung sollten die Blätter auf etwa ein Drittel der Länge eingekürzt werden.

Bartiris
Für eine vergrößerte Darstellung klicken. Iris flavescens
Bauerngarten-Schwertlilie
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Illyrische Schwertlilie
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Zwerg-Schwertlilie
Bartiris
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Florentiner Schwertlilie
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Bartiris 'Rosl'
Bartiris
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Holunder-Schwertlilie
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Gelbliche Schwertlilie

Zwiebeliris - Ähnlich wie die verwandten Krokusse bilden einige Schwertlilien Zwiebeln (im botanischen Sinn handelt es sich um Rhizome), die wie andere Blumenzwiebel auch im Herbst gepflanzt werden und im zeitigen Frühjahr in leuchtenden Farben blühen. Sie eignen sich für das Staudenbeet oder den Steingarten. Wie bei fast allen Blumen"zwiebeln" gilt: Pflanztiefe = doppelte Zwiebelhöhe.

Zwiebeliris
Für eine vergrößerte Darstellung klicken. Iris reticulata
Netz-Schwertlilie
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